Kath. Kirche und Kuratie
ehem. Wallfahrten zur Hl. Maria und zum Hl. Leonhard

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Kath. Kirche




Achtung!

Zur geplanten Kirchen-Innenrenovierung werden alte Fotos der Kirche von innen und außen und Niederschriften gesucht, die zur Aufhellung der Lampferdinger Kirchengeschichte beitragen könnten. Das Material kann beim Kirchenpfleger Josef Bichler abgegeben werden. Hier wird es eingescannt oder abfotografiert und kann unversehrt wieder abgeholt werden.
Die Dokumente können auch bei Ihnen zu Hause abfotografiert werden. Bitte wenden Sie sich dann an den Webmaster Thomas Stelzer persönlich oder per E-Mail.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mithilfe!

Daß eine professionelle Innenrenovierung unserer alten Kirche nach über 80 Jahren dringend notwendig ist, zeigt folgende kleine Auswahl der vorhandenen Schäden:







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Spenden!

Die Kirchengemeinde Lampferding ist zur Durchführung einer umfassenden Innenrenovierung dringend auf Spenden angewiesen. Wer helfen will, kann seine Geldspende entweder ...

1.) in der Kirche in den Opferstock rechts am Gitter einwerfen,
     oder
2.) auf das Kirchenkonto zweckgebunden überweisen, hierzu:
     a) in der Kirche einen vorgedruckten Überweisungsträger mitnehmen,
          oder
     b) einen eigenen Überweisungsträger ausfüllen, mit folgenden Angaben:
          Zahlungsempfänger: Kath. Kirchenstiftung Lampferding
          IBAN: DE 37 7016 9450 000 9020 63
          Verwendungszweck: Spende Kircheninnenrenovierung,
          oder
     c) hier einen vorbereiteten Überweisungsträger ausdrucken.

Überweisungsträger ansehen und ausdrucken ...


Vielen herzlichen Dank!


Wie bei den meisten Dörfern ist auch in Lampferding das Wahrzeichen des Ortes die Kirche. In unserem Dorf fällt aber auf, daß die Kirche verhältnismäßig groß erbaut wurde und prächtig ausgestattet ist. Der Grund dafür könnte sein, daß Lampferding in früheren Zeiten ein Wallfahrtsort war. Es waren nicht wenige Gläubige die zum Gnadenbild "Unserer Lieben Frau von Lampferding" gepilgert sind, denn sie haben offensichtlich viel Geld dagelassen, wie man noch heute gut sehen kann.
Aber nicht nur zur Gottesmutter wurde gewallfahrtet, sondern auch zum Hl. Leonhard. Ihm zu Ehren fanden noch vor einigen Jahrzehnten Pferdeumritte und Pferdesegnungen statt.
(mehr dazu weiter unten bei "Wallfahrten") (int.)

Allgemeines

Rang: Pfarrkirche
Titel: Sankt Maria
Patrozinium: Mariä Himmelfahrt, 15. August
Bistum: Erzbistum München und Freising  (ext.)
Dekanat: Bad Aibling  (ext.)
Adresse: Lampferding 17
Erste Erwähnung: 1315
Erbauungsjahr: heutiger Bau ca. 1520
Baustil: Spätgotik
Ausrichtung: geostet
Außen-Abmessungen:
- Kirchenschiff: L: 27 m, B: 10 m, H: ca. 14 m
- Turm: 6 m x 6 m, H: ca. 30 m
Glocken: 4
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Öffnungszeiten: i. d. R. täglich von ca. 8.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr, bis zum Gitter
Zufahrt für Rollstuhl: möglich - aber nicht alleine, da zu steil und Kiesweg bzw. Treppe vor dem Eingang
Toilette: nicht vorhanden
E-Mail-Adresse für Anfragen aller Art: kirche@lampferding.de

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Kirchenverwaltung, Kirchenpfleger: Für sechs Jahre wurde die Kirchenverwaltung neu bestimmt. Sie setzt sich ab 01. Januar 2013 wie folgt zusammen: Josef Bichler, Johann Prinz, Simon Huber, Peter Ester
Ämter:
- Mesner: Klaus Ametsbichler
- Lektoren
- Ministranten
Kirchenführungen: Es werden für die Lampferdinger Kirche kostenlose Führungen für Gruppen ab 10 Personen angeboten. Spenden für die Kirchen-Innenrenovierung werden gerne angenommen. Anfragen und Buchungen können hier per E-Mail an den Kirchenführer Thomas Stelzer gerichtet werden: kirche@lampferding.de. Auf der Internetseite Kirchenführungen in Stadt und Landkreis Rosenheim (ext.) ist unsere Führung genauer beschrieben.
Faltblatt: In erster Auflage ist im August 2014 ein Flyer (Bild rechts) erstellt worden, der die Lampferdinger Kirche vorstellt. Das 6-seitige farbige Faltblatt liegt in der Kirche zur kostenlosen Mitnahme auf.


Der Baukörper

Wann die Kirche in ihrer heutigen Form errichtet wurde, ist nicht bekannt. In den Urkunden ist aber überliefert, daß die Lampferdinger Kirche ihr Geld dem Bayerischen Herzog für Kriegszwecke lieh. Am 20. April 1520 gab der Schwabener Landrichter einen Teil der Abzahlung zurück, mit der Anweisung, das Geld für den Kirchenbau in Lampferding zu verwenden.
Man betritt das Gotteshaus durch das Portal an der Nordseite des Langhauses. In diesem kleinen Anbau sind unten zu beiden Seiten zwei so genannte "Seelennischen" angebracht. Sie enthielten früher Knochen, die im Friedhof gefunden wurden. Das Langhaus wird aus drei Joche, der etwas eingezogene Chor aus zwei Joche und die Apsis aus drei Achteckseiten gebildet. Die Wände der Saalkirche sind durch Pfeiler und spitze Wandbögen gegliedert. An der Vorderseite der Pfeiler die das Gewölbe tragen, sitzen Pilaster, deren oberer Abschluß aus einem verkröpften Gesims besteht. Die spitzbogigen Tonnengewölbe im Chor und im Langhaus sind durch einen Chorbogen getrennt und waren früher von Rippen überzogen. Insgesamt zwölfmal werden die Gewölbe im Bereich der barockisierten Rundbogenfenster von Stichkappen durchbrochen. Den westlichen Abschluß des Langhauses bilden zwei Emporen. Auf der obersten befindet sich die Orgel. Der Bodenbelag im um eine Stufe erhöhten Chorraum besteht noch aus alten Solnhofener Platten. Als Baumaterial für die Kirchenmauern selbst, wurden gebrannte Ziegel und Tuffsteine verwendet.

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Im Erdgeschoß des wuchtigen Satteldachturmes, der an die Nordseite des Chores anschließt, ist ein spätgotisches Sterngewölbe vorhanden. Der Raum wurde früher als Sakristei genutzt. Darüber befindet sich ein weiterer Raum mit einem Kreuzrippengewölbe, ein sog. Oratorium, von dem aus man durch eine Maueröffnung den Gottesdienst verfolgen kann. Im Glockenstuhl hängen vier Bronzeglocken und darüber ist der Antrieb der zwei Zifferblätter angebracht. In Höhe der Glocken befinden sich, außer auf der Westseite, gekuppelte spitzbogige Schallöcher. Außen ist der Kirchturm durch drei horizontal umlaufende Tuffsteingesimse gegliedert.
Der Grund für einen Satteldachturm an der Lampferdinger Kirche könnte darin liegen, daß es etwa zur Bauzeit im zuständigen Landgericht Schwaben eine Vorschrift zum Bau von Kirchtürmen gab: ...ein vierschrötiger (= viereckig zugehauener) Satteldachturm hat neben dem Kirchenschiff zu stehen... . Dies musste auch der Baumeister der Kirche im Landgerichtsort Schwaben (heute "Markt Schwaben") im Jahr 1458 beachten.
Die heutige Sakristei wurde 1949 gegenüber dem Turm auf der Südseite der Kirche neu angebaut.


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Ein interessantes Detail der Lampferdinger Kirche wird leider oft übergangen: die Sonnenuhr.
Sie ist auf der südlichen Außenwand aufgemalt und durch ihre etwas versteckte Lage leicht zu übersehen. Bei der Außenrenovierung 1974 hat man sie wiederentdeckt und komplett freigelegt. Seit der letzten Renovierung 2004 ist auch wieder ein Schattenstab vorhanden, so daß man die Uhrzeit, die von 6 Uhr morgens (links) bis 6 Uhr abends (rechts) angegeben ist, ablesen kann.
Als Entstehungszeitraum wird die Spätgotik angegeben. Also stammt die Sonnenuhr aus der Erbauungszeit der Kirche.


Die Ausstattung

Bild zum Vergrößern anklicken!     ©

Alle Altäre in unserer Kirche stammen aus dem Frühbarock, also aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (ca. 1670). Auf ihnen sind alle Heiligen als geschnitzte Figuren dargestellt. Es ist anzunehmen, daß, wie zu dieser Zeit üblich, die Altäre in Schwarz-Gold bzw. in Braun-Gold gehalten waren. Bei der großen Umgestaltung der Kirche 1803 passte man dann die Altäre und die Kanzel dem modernen Stil des Klassizismus an und fasste alles in Weiß-Gold (Bild rechts). Bei der letzten Innenrenovierung in den Jahren 1938/39 wurde dann alles wieder farbig (Bild unten).

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Hochaltar mit Gnadenbild

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Der Hochaltar ist der Muttergottes geweiht. Über dem großen vergoldeten Drehtabernakel (um 1900), zwischen zwei wuchtigen Säulenpaaren steht auf einer Mondsichel Maria im Strahlenkranz (Bild rechts). In der Rechten das Christuskind und in der Linken das Szepter. Die spätgotische Holzskulptur (um 1500) trägt eine große barocke Bügelkrone und wurde im 19. Jahrhundert umgestaltet. Ihr Schöpfer ist nicht überliefert. Die umgebenden Engel und Wolken deuten an, daß man in einen "Himmlischen Bereich" blickt.
Darüber schwebt der Hl. Geist in Form einer silbernen Taube unter einer großen Krone. Im Auszug sitzt Gottvater mit der großen Weltkugel von kleinen und großen Engeln umgeben.


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Der Überlieferung nach stammt die Vorgänger-Figur der Lampferdinger Madonna vom selben Bildhauer, wie das erste Gnadenbild von Tuntenhausen: nämlich vom Bildschnitzer-Meister Hans Ku(e)nz aus Rosenheim (1334). Diese erste Tuntenhausener Maria wurde 1548 beim Kirchenbrand vernichtet und sogleich durch eine Kopie ersetzt. Es ist die heutige Madonna auf dem Gnadenaltar (Bild links).
Die Lampferdinger Ku(e)nz-Madonna ist auch nicht mehr vorhanden. Es ist anzunehmen, daß sie so ähnlich aussah, wie die Tuntenhausener. Ihr Schicksal ist unbekannt.



Chorraum
Nicht wie sonst üblich auf dem Hochalter an den Seiten, sondern an den Wandpfeilern links und rechts vom Hochaltar befinden sich noch zwei große Holzfiguren aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts. An der Nordwand steht auf einem Sockel Anna selbdritt (Info), in der Linken Maria als Kind, die ein Buch hält, in der Rechten das kleine Christuskind. Gegenüber an der Südwand steht die Hl. Katharina mit einem Schwert in der Linken und mit dem zerbrochenen Rad zu ihren Füßen.
Auch beim Hochaltar an einem Wandpfeiler auf der linken Seite, steht auf einem kleinen Sockel die alte Figur eines Erbärmde Heilland. Dies ist der Vorgänger des Figurentypus des "Auferstandenen".

Seitenaltäre, Kanzel und Kanzelkreuz
Der linke Seitenaltar ist der Hl. Ursula geweiht. Ihr zur Seite stehen links die Hl. Barbara und rechts die Hl. Apollonia. Das Predellabild (= kleines Gemälde unter den Figuren) zeigt die "Mystische Vermählung der Hl. Katharina von Alexandrien".
Dem Hl. Sebastian ist der rechte Seitenaltar geweiht. Er wird links begleitet vom Hl. Leonhard und rechts vom Hl. Rochus. Das Predellabild stellt die "Beweinung Christi" dar.
Aus der Zeit des Rokoko (Mitte 18. Jahrhundert) stammt die Kanzel an der rechten (südlichen) Langhauswand. Sie fügt sich gut neben der älteren Ausstattung in den Raum ein. Vermutlich stammt sie aus der Emmeringer Pfarrkirche, da dort 1877 die Rokoko-Ausstattung entfernt wurde. Leider ist nicht bekannt, aus welcher Werkstatt die Altäre und die Kanzel kommen. Da es sehr ähnliche Seitenaltäre in der Kirche "Maria Altenburg" (Gemeinde Moosach) gibt und immer schon Verbindungen in diesen Raum da waren, liegt es nahe, daß die Altäre aus der Ebersberger Gegend stammen.
Gegenüber der Kanzel hängt ein großes Wandkreuz mit der schmerzhaften Muttergottes im Strahlenkranz unter dem Gekreuzigten. Ihr Herz wird von einem Schwert durchbohrt. Es erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".
Rechts neben dem Kreuz steht ein Beichtstuhl, entstanden um 1800.

Gestühl
Das so genannte Laiengestühl, das sich links und rechts des Mittelganges im Langhaus und auf der ersten Empore befindet, bietet insgesamt etwa 150 Kirchenbesuchern einen Sitzplatz. Die einzelnen Sitzreihen, 8 (+5) nördliche und 13 (+3) südliche, besitzen im Langhaus an den Eichenholz-Wangen Roccailleschnitzereien aus der 2. Hälfte des 18. Jhdt. Das Kindergestühl im Chorraum wurde in den letzten Jahrzehnten öfters umgebaut und verkleinert. Es steht jetzt längs und bietet etwa 20 Kindern Platz.

Volksaltar
Der Volksaltar ist ein mobiler einfacher Altartisch aus Holz, der je nach Bedarf in den Altarraum geschoben wird oder seitlich im Langhaus steht. Er wird auch regelmäßig bei Feldmessen verwendet. Ursprünglich wurde der Volksaltar für Schülermessen gefertigt, als die Schule in Lampferding noch existierte.

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Taufbecken
Genau in der Mitte der Kirche, also zwischen dem Beichtstuhl und der gegenüber liegenden Kanzel, steht das neue Taufbecken. Es ist aus Marmor und wird von einem marmorierten achteckigen Deckel mit einem Kreuz auf der Spitze abgedeckt.
Ein gotischer, achtseitiger Taufstein aus Rotmarmor (Bild rechts) bildet eine weitere Kostbarkeit in der Lampferdinger Kirche. Dieses alte Taufbecken befindet sich neben dem Portal und dient heute als Weihwasser-Reservoir. Es ist denkbar, daß dieser alte Taufstein noch aus der Vorgängerkirche stammt.


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Neuzeit
Die moderne Zeit brachte für unsere Kirche nicht nur den elektrischen Betrieb der Beleuchtung, der Orgel, der Turmuhr und des Läutwerkes, sondern auch mehr Komfort für die Gottesdienstbesucher. So wurde schon vor vielen Jahren das gesamte Gestühl gepolstert und mit einer elektrischen Heizung ausgestattet.
In den 70er Jahren des 20. Jhdt. entfernte man die Kommunionbank, die den Chorraum vom Langhaus trennte.
An der Westwand wurde eine Gedenktafel aus Marmor (Bild rechts) für den ersten Lampferdinger "Kuraten" angebracht.
Aus Sicherheitsgründen war es leider notwendig, die gesamte Ausstattung mit einer Alarmanlage vor Diebstahl zu sichern.
Durch einen teilweise massiven Schädlingsbefall an allen Holzgegenständen im Kircheninneren, musste 2010 mittels Gas eine Bekämpfung durchgeführt werden.



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Gemälde
Im Jahr 1803 wurde die Lampferdinger Kirche vom Tiroler Maler Carl Selb mit großen Deckengemälden ausgestattet. Carl Selb (1760-1819) war ein Schüler des bekannten Tiroler Malers Johann Jakob Zeiller (1708-1783), der u.a. in Ettal, Ottobeuren und Aldersbach wirkte. Der einflußreichere Lehrer Selb´s war aber Martin Knoller (1725-1804).
Mit seinem Bruder Josef Anton besuchte Carl Selb die Akademie in Düsseldorf und hielt sich auch in München auf. In dieser Zeit schuf er die Lampferdinger Deckenfresken.

Das Gemälde im Chor (5,30 x 3,30 m) zeigt die Muttergottes als Helferin der Christenheit und Beschützerin der Bedrängten (siehe Bild links). Die dargestellte Szene stellt im Hintergrund die "Seeschlacht von Lepanto" (07. Oktober 1571) dar, bei der Maria den Christen zu einem Sieg über die Moslems verhalf.
Es wird von zwei sog. Zwickelbildern flankiert, die Mariä Verkündigung und Mariä Heimsuchung zum Inhalt haben. Diese sind in Grisaille-Technik (grau in grau) ausgeführt. Außerdem sind in den vier seitlichen Stichkappen im Chorraum die Sinnbilder der Grundtugenden des Christentums (Glaube, Liebe, Hoffnung) und die des Alten und des Neuen Testaments zu sehen.


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Im Langhaus, etwa neun Meter über dem Kirchenboden, ist das größte Deckengemälde angebracht (12,20 x 3,85 m). Es zeigt in beeindruckender Weise das Kirchen-Patrozinium Mariä Himmelfahrt (siehe Bild rechts). In der "irdischen" Szene entdecken die zwölf Apostel und zwei Frauen den leeren Sarkophag der Maria. Die "himmlische" Szene darüber zeigt die Aufnahme Mariens in den göttlichen Himmel durch die Heilige Dreifaltigkeit. Hier sind über 60 Engeldarstellungen auszumachen. Vorbild für dieses Gemälde war die "Mariä Himmelfahrt" seines Lehrers Martin Knoller in der Münchner Bürgersaalkirche (nicht mehr erhalten).
In den sechs seitlichen Stichkappen sind hier Mariensinnbilder aufgemalt: Pforte des Himmels ("Erfreue uns"), Namen Mariae ("Reinige uns"), Arche Noe ("Erhalte uns"), Bundeslade ("Stärke uns"), Meerstern ("Führe uns"), und Sonne ("Erleichte uns").


     Buchtipps
     Die Lampferdinger Deckengemälde werden in folgendem Buch auf 6 Seiten ausführlich beschrieben:
     "Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland" - Band 12 / Teil II
     von Herrmann Bauer, Frank Büttner, Bernhard Rupprecht, ISBN: 3777433551,
     erschienen im Hirmer Verlag, München, 198 Euro (ab 2014 nur noch 50 Euro)

     In diesem Buch wird das Werkeverzeichnis des Malers Carl Selb, um die Lampferdinger
     Deckengemälde erweitert:
     "EXTRA VERREN 2013", Jahrbuch des Museumsvereins des Bezirkes Reutte
     8. Jahrgang (2013), ISSN: 1992-0261, ISBN: 978-3-9503706-0-7
     hier zu beziehen: www.museum-reutte.at (ext.) , 16 Euro

Bei der letzten Renovierung in den Jahren 1938/39 verschwanden die gemalten Schmuckbänder an den Wänden und an den Fensterlaibungen im Chorraum. Auf alten Postkarten sind sie noch zu sehen.

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Von den vielen Votivbildern die noch Mitte des 20. Jahrhunderts im hinteren Teil der Kirche gehangen haben, sind leider nur noch einige, dieser recht interessanten Zeugnisse von den Erhörungen der Gottesmutter, übrig geblieben. Eine große Votivtafel, die neben der Kanzel an der Wand hängt, zeigt die Muttergottes und die Heiligen Drei Könige mit folgendem Text:

"Gott der Heiligen Dreyfaltigkheit und Himelkönigin Maria zu sondenbarem Lob und Ehr dan seiner Seel und ganzen Freindtschafft zu Trost hat dises EPITAFIUMB alsie hergehn unser Lieben Frauen zu Lämpferting machen lassen der Ehrngeacht Kaspar Mareiß, gewestner wierth zu Halfing mit dar zue gestiften ewigen Jahrtag deme Gott gnedig sein wolle. Amen 1667"

(mehr dazu weiter unten bei "Wallfahrten") (int.)


Kreuzweg
Die 14 Kreuzwegbilder aus der Lampferdinger Kirche wurden vor Jahrzehnten aufgrund starker Beschädigungen abgenommen und ausgelagert. Es sind Öldrucke im nazarenischen Stil aus der Zeit um 1860, die dem berühmten Kreuzweg von Joseph Führich entlehnt sind. Die Farben und die Leinwände sind gut erhalten. Die 103 cm x 67 cm großen Holzrahmen dagegen, mit ihren Gips-Applikationen sind stark beschädigt und daher sehr renovierungsbedürftig. Wie so oft, fehlen dazu aber die Mittel...

       Bilder anklicken, um alle zu betrachten!   14x©

Die Orgel

© by Andrea Akhigbe   

Wann es in Lampferding eine erste Orgel gab, ist unbekannt. Fest steht aber, daß 1817 eine Orgel verkauft wurde. Sie steht seit dem im Gotteshaus von Mauerkirchen bei Bad Endorf. Sie war schon damals eine "alte Tiroler Bauernorgel".
Vor einigen Jahren wurde sie mit hohem Aufwand restauriert und ist als ein Teil der "Bad Endorfer Orgelwochen" jährlich bei einem Konzert zu hören.


   ©     Bild zum Vergrößern anklicken!

Die jetzige zweimanualige Orgel kauften die Lampferdinger mit Spendengeldern in den 1960er Jahren gebraucht aus München. Sie steht wie üblich mittig auf der obersten Empore.



Das Geläut   

Wann und mit welchen Glocken die Lampferdinger Kirche das erste Mal ausgestattet worden ist, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden.

1660/64
Die beiden ersten bekannten Glocken stammen vom Münchner Glockengießer Bernhard Ernst aus den Jahren 1660 und 1664. Bekannt ist hier auch noch die Aufschrift der kleineren Glocke: "A Turca et tempestate libera nos D. J. Christe" (Vor den Türken und Unwetter bewahre uns, Herr Jesus Christus).

1704
Eine kleinere Glocke von Johann Matthias Langenegger aus München kommt 1704 dazu.

1758
Pfarrer Puechner aus Emmering (1756 bis 1761) schreibt in seinem pfarramtlichen Bericht:
"... daß Lampferding schon von altersher ein Gnadenbild- und Wallfahrtsort gewesen, bezeugt nit allein die große, schöne, wohlgebaute Kirchen, sondern auch das verwunderlich schöne, große, auf dem Land in keiner Pfarrkirchen befindliche Geläut, wie auch das große Vermögen dieses Gotteshauses ... da eine Glocke schon viele Jahre unbrauchbar und der Schaden, so diese Filial voriges Jahr durch Beraubung ... groß ist."

1911
Bis 1911 waren drei Glocken im Turm mit den Tönen g, c, d.
Am 21. Oktober 1911 erhielt die Kirche in Lampferding vier neue Glocken, die von der Firma Ulrich Kortler in München hergestellt wurden. Die größte Glocke wog 35 Zentner (1750 kg) und alle vier zusammen 65 Zentner (3250 kg). Sie wurden mit vier Pferden an der Frauenkirche in München, wo sie am 18. Oktober geweiht wurden, abgeholt und unter großem Jubel über Emmering zu ihren neuen Bestimmungsort Lampferding gebracht. Die große Glocke hieß Balthasarglocke und wurde gestiftet von den Erben des verstorbenen Bauern Balthasar Ametsbichler aus Lampferding. Auf ihr waren "Die Heiligen Drei Könige" abgebildet. Die Glocken kosteten insgesamt 8.500 Mark und waren auf die Töne d, g, a, h gestimmt.
Unter anderem weil er es als Pfarrherr ermöglichte und sich dafür einsetzte, daß sein Filialdorf ein neues Geläut bekommt, erhielt der Emmeringer Pfarrer Josef Krauthofer die Lampferdinger Ehrenbürgerwürde zuerkannt.
Für die neuen Glocken wurde auch ein neuer Glockenstuhl notwendig. Diesen fertigte "P. Stürzer, Hirschbichl" aus Eichenholz an. An diesem Glockenstuhl hängen auch noch die heutigen Glocken, jede an einem Stahljoch.

Bild zum Vergrößern anklicken!                                         © by Johann Bichler          
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 Lesen Sie hier die Festschrift vom feierlichen Probeläuten
(*.html-Dokument 1,7 MB) (int.):


1917
Am 11. Juli 1917 mußten die zwei kleinsten Glocken der Lampferdinger Kirche auf Befehl wieder herab genommen und nach Aßling gebracht werden, wo sie dann von der Militärbehörde zum Einschmelzen für Munition übernommen wurden. Die zwei größeren Glocken wurden auf Gesuch und persönlicher Vorstellung beim königlichen Gendarmerie Konservatorium von Seiten des Kooperators Johannes Gasser hin vorläufig freigestellt.

1925, die derzeitige Glocke 4 
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Am 10. Juni 1925, abends um 8 Uhr wurde eine dritte, von der Glockengießerei Bachmair in Erding hergestellte neue h-Glocke in Lampferding aufgezogen. Außer dem Material, das die Kirchengemeinde Lampferding schon eineinhalb Jahre früher angekauft hatte, (der Guß der Glocke misslang nämlich zweimal nacheinander), mussten an die Firma Bachmair 600 Mark Gusslohn bezahlt werden. Die Glocke war als die kleinste der drei Lampferdinger Glocken als Sterbeglocke bestimmt. Für das Zustandekommen der Glocke waren besonders die Kooperatoren Altmann und Wachinger, sowie der Kirchenpfleger Peter Stelzer sehr bemüht.
Daten: geweiht der Hl. Barbara (Patronin u.a. der Sterbenden), Gewicht 300 kg, Schärfen-Durchmesser 81 cm, Glocke für den Viertelstundenschlag, Text auf der Glocke: "GESTIFTET VON DER KIRCHENGEMEINDE LAMPFERDING", Bild an der Flanke: Hl. Barbara.

1943
Wie auch bei den meisten anderen Orten in Deutschland, mußte die hiesige Kirchengemeinde ihre Glocken auch zum größten Teil für die Rüstungsproduktion des 2. Weltkrieges abgeben. Es waren die erst 32 Jahre alten restlichen zwei Glocken von der großen Vierer-Glockenweihe von 1911.

1950, die derzeitigen Glocken 3 und 2 
In den Nachkriegsjahren wurden wieder, unter großen finanziellen Anstrengungen, im ganzen Land neue Glocken beschafft. Auch in Lampferding gab es im April 1950 eine Glockenweihe. Zwei Bronzeglocken wurden in Erding bei der Firma Czudnochowsky gegossen. Die Kosten hierfür beliefen sich auf fast 12.000 DM. Pfarrer Englbrecht weihte die größere der beiden (15 Zentner = 750 kg) der Gottesmutter Maria und die kleinere (9 Zentner = 450kg) dem Hl. Konrad.
Daten Marienglocke: Schärfen-Durchmesser 107 cm, Bild an der Flanke: Mariä Verkündigung.
Daten Konradglocke: Schärfen-Durchmesser 95 cm, Bild an der Flanke: Hl. Konrad.


Bild zum Vergrößern anklicken!                 © by Georg Westner          


© by Georg Westner          
© by Monika Stockinger          
© by Monika Stockinger          


1961, die derzeitige Glocke 1 
Erst im Jahr 1961 konnte dann das Lampferdinger Geläut mit der Weihe einer Vierten Glocke wieder vervollständigt werden. Diese größte Glocke der Vier ist eine Friedens- und Kriegergedächtnisglocke und ist dem Hl. Michael gewidmet. Sie wurde in Erding gegossen und hat einen Schärfen-Durchmesser von 140 cm. Sie ist die Glocke für den Stundenschlag. Die Weihe nahmen Domkapitular Joachim Delagera (siehe Foto unten links) und Expositus Martin Kellerer vor.

Um den Glockenhals wurde diese Inschrift eingegossen:

DEN GEFALLENEN UND VERMISSTEN ZUM GEDENKEN -
LAMPFERDING 1961

Auf der einen Seite ist folgender Text zu lesen:

ICH RUFE FRIEDEN UND NICHT KRIEG
IN GOTT ALLEIN IST EUER SIEG.
IMMER WIEDER MÖCHT ICH EUCH MELDEN
DENKT AN EURE GEFALLENEN HELDEN!

Auf der anderen Seite steht:

HL. MICHAEL!
VOR DER ARGLIST DES SATANS
SEI DU SCHUTZWEHR!


© by Monika Stockinger          
© by Monika Stockinger          

Die Stifter dieser Glocke machten damals zur Bedingung für ihre Spenden, daß diese Glocke in Zukunft die so genannte Sterbeglocke sein soll. So kam es dann auch und so ist es auch heute noch in Lampferding der Brauch, anders als sonst überall üblich, daß nicht die kleinste Kirchenglocke einen Todesfall verkündet, sondern die größte.



 Sie haben hier die Möglichkeit, die vier heutigen Glocken der Lampferdinger Kirche im Vollgeläut (Plenum) zu hören und die Audiodatei herunterzuladen
(4 Minuten und 46 Sekunden - *.mp3-Audiodatei 4,5 MB) (int.):



Die Turmuhr

Der Lampferdinger Kirchturm ist mit zwei Zifferblättern ausgestattet: das nördliche und das südliche (Foto). Die Minutenzeiger haben eine Länge von jeweils 1,15 Metern.

1876
In diesem Jahr schaffte man für die Filialkirche Lampferding eine Turmuhr für 1.261 Mark an. Hergestellt wurde sie 1873 in der Münchner Turmuhrenfabrik Johann Neher, wie eine Aufschrift zeigt.


Um 1960
In den 1960er Jahren stellte man die alte Uhr, die man täglich mühsam aufziehen mußte, außer Dienst und nahm eine elektrisch betriebene kleinere Pendeluhr in der Sakristei in Betrieb.

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2011
Nach dem das Uhrwerk der Pendeluhr wochenlang wegen eines Defektes ausfiel, kaufte die Kirchenverwaltung eine neue, digitale Turmuhr-Steuerung, die in die Sakristei eingebaut wurde. Die Uhr ist funkferngesteuert und läuft deshalb sehr genau. Sie empfängt mit einer kleinen Antenne das so genannte "DCF77-Signal", das von einer hochgenauen Atomuhr erzeugt wird und die offizielle gesetzliche Zeit Deutschlands darstellt. Das neue Uhr-Modul schickt von der Sakristei aus elektrische Impulse nach oben in die Glockenstube, wo die entsprechenden Glockenschläge alle Viertelstunde ausgelöst werden. Außerdem werden so auch die Elektromotoren, die die Zeiger der beiden Zifferblätter antreiben, schrittweise jede Minute angesteuert. Die Steuerung kann obendrein auch noch das regelmäßige Läuten der Glocken zu bestimmten Zeiten übernehmen. Zu diesem Zweck kann programmiert werden, wann, wie lange und welche der vier Glocken läuten sollen.


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Turmuhrwerk von 1873               
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Uhrwerk von 1960         
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Steuerung von 2011        


Der Friedhof

   ©     Bild zum Vergrößern anklicken!

Rund um die Kirche ist der Friedhof angelegt, der wiederum von einer Friedhofsmauer umgeben ist. Auf dem Bild links ist der westliche neue Teil der Umfassung zu sehen.
Der Lampferdinger Friedhof ist ein kirchlicher Friedhof und wird daher von der örtlichen Kirchenverwaltung betreut. In ihm werden die Verstorbenen der Orte Lampferding, Angelsbruck, Karlsried, Knogl, Schlafthal und Schweizerberg bestattet.
Erstmals wird der Lampferdinger Gottesacker mit der Kirche im Jahre 1315 schriftlich erwähnt.
Unverzichtbar ist aber auch das Leichenhaus. Es wurde Anfang der 1960er Jahre im Süd-Ost-Eck des Friedhofes errichtet. Dort ist auch eine Wasserentnahmestelle für das Gießwasser.


 Lesen Sie hier die Friedhofsordnung 
(*.html-Dokument 1,9 MB) (int.):




Kuratie



Lage im Erzbistum München und Freising

Die Kuratie Lampferding bildet das nordöstliche Ende des Pfarrverbandes Tuntenhausen-Schönau und des Dekanats Bad Aibling. Östlich grenzt die Pfarrei Rott a. Inn (Dekanat Wasserburg) an und südlich die Pfarrei Ostermünchen. An der Westseite grenzt die Pfarrei Aßling und an der Nordseite die ehem. Mutterpfarrei Emmering (beide Dekanat Ebersberg) an.


Karte zum Vergrößern anklicken! (mehr Infos!)              Geobasisdaten © Bayerische Vermessungsverwaltung 2013 (ext.)     

Organisation

- Pfarreiform
   Lampferding ist eine Kuratie (Quasipfarrei) (Info) mit den Filialen Dettendorf und Kronau.
- Katholiken
   Es gehören etwa 440 Katholiken zur Kuratie (Stand 08/2016).
- Fläche
   Die Kuratie umfasst ca. 9 Quadratkilometer.
- Das Pfarramt
   Das Pfarrbüro wird von Marille Huber geführt:
   Ort: Lampferding 12a
   Lage im Ort: Nr.12a (int.)
   Telefon: 08067 / 1082
   Fax: 08067 / 909 9795
   E-Mail: mariae-himmelfahrt-lampferding@gmx.de
   Sprechzeiten: Montag 18.00 - 19.00 Uhr und Dienstag 07.00 - 08.00 Uhr.
- Pfarrgemeinderat
   Die Kuratie Lampferding hat nach vier Jahren am 16. Februar 2014 einen Pfarrgemeinderat gewählt:
   Georg Gartner (Vorsitzender), Martina Englhart (Stellvertr. Vorsitzende), Klaus Ametsbichler,
   Simone Huber, Andreas Krichbaumer, Ingrid Niedermaier, Michael Niedermaier, Johann Prinz,
   Anna Stelzer, Michaela Spötzl und Josef Westner.
- Wortgottesdienstleiter
   Durch den Priestermangel kann nicht jeden Sonntag in der Kuratie eine Meßfeier stattfinden. Dann
   finden oft nur Wortgottesdienste statt, die von ehrenamtlichen ausgebildeten Wortgottesdienstleitern
   abgehalten werden.


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Das Pfarrhaus

Das ehem. Expositurhaus und heutige Pfarrhaus (Nr. 24 (int.)) von Lampferding ist rechts abgebildet. Es steht am Fuße des sog. Aschbachberges am Ortsausgang an der Straße nach Kronau. Es ist heute vermietet und wird seit 2010 modernisiert.
Hier ein Bericht aus dem alten Gemeindebuch:

"Am 24. Okt. 1926 wurde feierlich der Einzug des 1. Hrn. Expositus Stefan Wachinger von Emmering ins neu erbaute Pfarrhaus in Lampferding begangen. Am Nachmittag war Kichenzug, hernach Übergabe des Hauses u. nachmittags eine schöne weltliche Feier im Huberschen Gasthause, wobei der Sängerchor Lampferding unter Leitung des Hrn. Hptl. Egenberger einige Lieder vortrug u. wobei der Letztgenannte auch nachher die Festrede hielt. Auch Hr. Pfarrer Braunmüller von Emmering war dabei anwesend. Das Haus wurde um Josefi 1926 zu bauen begonnen."

 Lesen Sie hierzu auch den Bericht der Kirchenzeitung von 1927 
(*.html-Dokument 107 kB) (int.):



Das Pfarrheim

Ein eigenes Pfarrheim, so wie man es von vielen größeren Pfarreien kennt, gibt es in der Kuratie Lampferding nicht. Für die kirchengemeindlichen Veranstaltungen wird der große Gemeinschaftsraum im Feuerwehrhaus mitbenutzt. Der Bau des neuen Feuerwehrhauses 1983 und dessen Erweiterung 2005/2006 wurde von kirchlicher Seite mitfinanziert.
Kirchliche Veranstaltungen im Feuerwehrhaus: Gruppenstunden für Kinder und Jugendliche, Proben für den Kirchenchor, Sitzungen des Pfarrgemeinderates, Wahlen für Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, Neujahrsempfang der Kuratie, Seniorennachmittag, Fastensuppenessen, Pfarrfest u.s.w.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite der Feuerwehr: (mehr...) (int.)


Geistliche

1315
Erstmals wird die Lampferdinger Kirche mit Friedhof in den Besitzverzeichnissen des Freisinger Bischofs Konrad (Conradinischen Matrikel) als Filiale der Pfarrei Emmering erwähnt.

1491
Im Jahr 1491 ist das erste Mal von der Lampferdinger Liebfrauenkirche in einer Kaufurkunde die Rede.

1694 und 1803
In diesen Jahren gibt es in Emmering laut den Visitationsberichten einen Kooperator, der bestimmte Fächer in der Emmeringer Schule unterrichtete. Diese Priester könnten ihren Sitz bei der Filiale Lampferding gehabt haben (siehe 1820 und 1837).

1820
Im "Allgemeinen Intelligenz-Blatt für das Königreich Baiern" steht, daß im "...Filialorte Lampferting..." ein Cooperator wohnt.

1837
Aus einem Brief von 1837 an den damaligen Erzbischof gehen erste Bestrebungen auf eine Selbständigkeit hervor. Darin heißt es, daß in früheren Zeiten der Kooperator ohnehin seinen Sitz schon in Lampferding hatte (Kirchenpröpste). Einen weiteren Hinweis darauf gibt uns der heute noch bestehende Hofname Wimmer. Er kommt von "Widum" = Ausstattungsgut einer Kirche zur Versorgung des örtlichen Geistlichen.
Der Brief zählt alle Nachteile auf, die der Wohnsitz des Kooperators in Emmering mit sich bringt: der weite Weg, Abnutzung der Kleider, oftmaliges Ausfallen des Gottesdienstes durch Hochwasser der Attel, baufällige Wohnung im Emmeringer Pfarrhof usw. Später wurde dann Geld für ein Expositurhaus gesammelt, das aber wieder, wegen der unterbliebenen Baugenehmigung, zurückgenommen wurde.

1869
Mit der Behauptung, die Lampferdinger Männer wollen "lutherisch" werden, begründete der Emmeringer Pfarrherr die Tatsache, daß kein Kooperator mehr in die Filialen nach Lampferding und Dettendorf kommt. In einer regelrechten Wut-Predigt von der Kanzel, die sogar bis zum "Nürnberger Anzeiger" durchdrang, geigte er den Lampferdingern seine Meinung.

 Lesen Sie hier den Zeitungsbericht von der Predigt
(*.html-Dokument 6 kB) (int.):


1926
Im Jahr 1926 wurde nach langen Verhandlungen im zweiten Anlauf Lampferding mit Dettendorf von ihrer Jahrhunderte alten Mutterpfarrei Emmering abgetrennt und zur exponierten Kooperatur ernannt. Die Lampferdinger und Dettendorfer schufen, unter großen Anstrengungen und in wirtschaftlich sehr schlechten Zeiten, die Voraussetzung für ihre Eigenständigkeit: ein eigenes Haus für einen eigenen Kooperator (Hilfspriester) (s.o.).

1946
Lampferding wurde dann im Jahre 1946 zur Expositur erhoben und Kronau von Ostermünchen weg nach hierher umgepfarrt.

1956
Ab 01. Dezember 1956 gehörte die Expositur Lampferding pfarrrechtlich nicht mehr nach Emmering, sondern nach Ostermünchen.

1965
Hier wurde die bestehende Expositur zur selbständigen Kuratie (Info) umbenannt.

2006
Am 01. September 2006 erfolgte die Eingliederung der Kuratie Lampferding in den bestehenden Pfarrverband Tuntenhausen-Schönau.

 Auf der Homepage des Erzbistums kann man sich über den Pfarrverband informieren 
(*.aspx-Datei) (ext.):



Priester in Lampferding

1848 - 1849   Kooperator Josef Bartl
1849 - 1852   Kooperator Ferdinand Held
1852 - 1856   Kooperator Andreas Grünwald
1856 - 1864   Kooperator Joh. Bapt. Weishaupt
1864 - 1869   Kooperator Georg Brunner
1871 - 1872   Kooperator Andreas Kolakowsky
1872 - 1873   Kooperator Vinzenz Januscewicz
       1873       Kooperator Johann Babtist Haefner
1874 - 1875   Kooperator Anton Faistenmantel
       1875       Kooperator Karl Hager
1875 - 1876   Kooperator Franz Meißner
1876 - 1878   Kooperator Thielen
1878 - 1879   Kooperator Peter Finken
1879 - 1881   Kooperator Nicolaus Herrig
1882 - 1883   Kooperator F. B. Kreitmaier
1883 - 1891   Kooperator Vinzenz Januscewicz
1891 - 1892   Kooperator Arnold Beilhack
       1893       Kooperator Sebastian Bauer
1894 - 1896   Kooperator Josef Mauter
       1896       Kooperator Karl Lattich
1896 - 1897   Kooperator Thomas Maier
1897 - 1898   Kooperator Lorenz Georg
1898 - 1900   Kooperator Josef Kroiß
1900 - 1902   Kooperator Franz H. Ruckdeschel
1902 - 1903   Kooperator Albert Pauliel
       1903       Kooperator Thomas Angermaier
       1903       Kooperator Simon Biechl
1903 - 1904   Kooperator Franz Lehmayr
1904 - 1907   Kooperator Johann Seidl
       1907       Kooperator Friedrich Welker
1907 - 1908   Kooperator Lorenz Gammel
1908 - 1909   Kooperator Anton Ernstberger
1909 - 1910   Kooperator Lorenz Gammel
1910 - 1914   Kooperator Josef Herzinger
       1914       Kooperator Peter Kottermeir
1914 - 1915   Kooperator Josef Schneeweis
       1916       Kooperator Hintermeyer
1916 - 1919   Kooperator Gasser
1919 - 1924   Kooperator Josef Altmann
       1924       Kooperator Joh. Bapt. Weinmaier
1924 - 1928   Expositus Stefan Wachinger
1929 - 1931   Expositus Anton Pollwein
1931 - 1936   Expositus Franz Xaver Zehetmaier
1936 - 1938   Expositus Johann Brandmayer

1938 - 1950   Expositus Georg Englbrecht

 Lesen Sie hier den Bericht von der Verabschiedung
von Expositus Georg Englbrecht 

(*.html-Dokument 67 kB) (int.):


1950 - 1958   Expositus Richard Sturm, † 22. Juli 1991, bestattet in Kirchdorf bei Haag
1958 - 1972   Kurat Martin Kellerer, † 06. August 1972, bestattet in Münsing am Starnberger See
1972 - 2007   Kurat Manfred Schmidt, Geistl. Rat, † 04. Juli 2007, bestattet in Lampferding

 Lesen Sie hier den Bericht über das Requiem
und die Beerdigung von Pfarrer Schmidt 

(*.html-Dokument 466 kB) (int.):


  seit 2006     Für die örtliche Seelsorge sind die eingeteilten Priester des Verbandes zuständig. Pfarrer
                      Amit Sinha Roy ist der Leiter des Pfarrverbands der über 5400 Katholiken zählt und
                      seinen Sitz in Tuntenhausen hat.


Priester und Ordensleute aus Lampferding

1880
Am Sonntag, den 25. Juli 1880 feierte der Angelsbrucker Müllerssohn Pankraz Huber als neu geweihter Priester in Lampferding seine Primiz. Der hierzu schön geschmückte Altar stand auf dem Grund des Gastwirtes Huber zwischen Schulhaus und dem Schusteranwesen.

1933
Der Lampferdinger Landwirtssohn Johann Englhauser empfing am 15. Juli 1933 in Trier seine Priesterweihe und feierte am 30. Juli 1933 seine Primiz in seinem Heimatort. Anläßlich dieses großen Festes und zu Ehren des jungen Priesters aus unserem Dorf, errichtete man einen Primizstadel mit Altar und überall im Ort Primizbögen über die Straßen.

 Sehen Sie hier die Fotos zur Primizfeier von Johann Englhauser 
(*.html-Dokument 1 MB) (int.):



Johann Englhauser wurde dann Pater bei den "Missionaren von der Heiligen Familie" und war jahrelang in Bremen eingesetzt. Es zog ihn auch immer wieder in seine Heimat nach Lampferding zu Urlaubsaufenthalten zurück. So feierte er schließlich im Jahr 1973 auch hier sein 40-jähriges Priesterjubiläum gemeinsam mit dem örtlichen Geistlichen Manfred Schmidt, der sein 10-jähriges Priesterjubiläum beging und gemeinsam mit der Ordensschwester Annuntiata Westner aus Schweizerberg, die ihr 30-jähriges Profess-Jubiläum feiern konnte.

 Sehen Sie hier die Fotos vom Festgottesdienst beim Dreifach-Jubiläum 
(*.html-Dokument 503 kB) (int.):


Der "Oachdna-Pater", wie er im Dorf genannt wurde, verstarb im 90. Lebensjahr am 18. Mai 1992 im 60. Jahr seines Priestertums. Er wurde im Klosterfriedhof in Betzdorf bestattet.


Die Filialkirchen

  - Kirche Hl. Nikolaus in Dettendorf
   mit Friedhof

   Gem. Tuntenhausen, Lkr. Rosenheim

   erste Erwähnung: 981-994

   Kirchenverwaltung, Kirchenpfleger:
   Franz Spötzl, Johann Bichler, Marianne
   Ettenhuber, Richard Lunghamer

   (mehr)... (int.)
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- Kirche Hll. Peter und Paul in Kronau
   mit Friedhof

   Gem. Emmering, Lkr. Ebersberg

   erste Erwähnung: 1163

   Kirchenverwaltung, Kirchenpfleger:
   Josef Niedermaier, Johannes Ametsbichler,
   Johann Ametsbichler, Quirin Zehetmaier

   (mehr)... (int.)

 


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Kirchenmusik

Kirchenchor
Der gemischte Kirchenchor hat etwa 15 Mitglieder, die aus der Kuratie stammen. Er wird seit Ostern 2009 von Käthi Filipitsch geleitet. Neuzugänge sind immer willkommen.

Orgelspiel
Früher spielte der hiesige Lehrer die Kirchenorgel. Nach dem aber die Schule 1980 geschlossen wurde und einer der letzten Lehrer nicht mehr zum Orgelspielen her kommen konnte, übernahm der talentierte Landwirt Andi Krichbaumer das Organistenamt. Er übt dieses nicht nur an den drei Kirchenorgeln der Kuratie aus, sondern spielt auch bei Feldmessen auf einer elektronischen Orgel.


Allgemeine Gottesdienstordnung

Seit der Eingliederung der Kuratie Lampferding in den Pfarrverband Tuntenhausen-Schönau, haben sich die Gottesdienstzeiten erheblich geändert. Ein fester Plan kann derzeit nicht angegeben werden.

 Auf der Homepage des Erzbistums kann die aktuelle Gottesdienstordnung abgerufen werden 
(*.aspx-Datei) (ext.):

(bei "Ortsname, PLZ" Lampferding eingeben und dann auf die blaue Lupe klicken)


Die Lampferdinger

Die Lampferdinger sind fleißige Kirchgänger und großzügige Spender. So zählte man z.B. im Kirchenjahr 1991/92 die meisten Kirchenbesuche der Gemeinde Tuntenhausen in Lampferding: 48,5%. Auch die Spendenfreudigkeit der Einheimischen bei den regelmäßigen Sammlungen ist bemerkenswert und wurde vom Ordinariat vor einigen Jahren durch eine schöne Prämie belohnt.


Wallfahrten

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Nicht nur daß die eigene Kuratiegemeinde jedes Jahr nach Tuntenhausen wallfahrtet (früher nach Feldkirchen bei Rott a. Inn), nein auch nach Lampferding kommen immer noch regelmäßig Pilger. Auf ihrem Weg nach Tuntenhausen macht die Pfarrei Moosen an der Vils (Foto) jedes Frühjahr Station in Lampferding, um Mittagspause zu machen und "Unsere Liebe Frau" in der Kirche zu besuchen. Außerdem kommt auch noch die Nachbarpfarrei Ostermünchen jedes Jahr nach Lampferding.

 Lesen Sie hier einen zusammenfassenden Bericht der Lampferdinger Wallfahrtsgeschichte 
(*.html-Dokument 807 kB) (int.):



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Der Jakobsweg

Seit 2005 führt der sog. "Südostbayerische Jakobsweg" (ext.) auch durch Lampferding. Im böhmischen Krumau beginnend zieht er sich über Passau, Altötting und Wasserburg auch in unsere Gegend. Weiter geht dieser markierte Fußwanderweg, oder auch Fernradwanderweg über Bad Aibling und Kufstein nach Breitenbach in Tirol.
Ein "Jakobsweg" ist ein Weg, auf dem anhand von Kirchen-Patrozinien, Wallfahrtskirchen und verschiedenen Aufzeichnungen, ein reger Pilgerstrom im Laufe der Jahrhunderte nachgewiesen werden kann. Die ersten deutschen Jakobspilger begannen etwa ab 1200 nach Santiago de Compostela zu ziehen.


Interessante Links

Die Heiligen für heute,

Hier könnten Sie die Heiligen für heute aufrufen,
wenn Sie in Ihrem Browser Java-Script aktiviert hätten.

(ext.) aus dem Heiligenkalender.

Die Feiertage im Jahresablauf: http://www.feiertagsseiten.de/ (ext.)




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