Die ehemalige
Schule

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Die Anfänge   



1730
Die Anfänge des Lampferdinger Schulwesens liegen im Dunkeln. Als erster Hinweis eines Schulbetriebes kann ein Bericht in einem Mirakelbuch des Wallfahrtsortes Weihenlinden gelten. Er stammt aus dem Jahr 1730:

"Thomas Aettenberger, Schulhalter zu Lampferding, als er 4 Jahr alt ware, kunte noch kein Wort reden; Deßwegen gienge sein Mutter, um Hülff allhier zu suchen, mit ihme anhero Kirchfahrten, ... fangte der Knab noch den selben Tag an zu reden. ...".

Ein Schulhalter unterrichtete in einem Raum seiner Wohnung im Lesen und Schreiben, oder er erteilte während der Vakanz bei einer Schulstelle den Unterricht. Die Schulhalter wurden von den Eltern mit einem "Schulgeld" bedacht.

1876
Im diesem Jahr errichtete man einen neuen Schulsprengel und ein Schulhaus in Lampferding für folgende Orte: Lampferding, Knogl, Schlafthal, Schweizerberg, Dettendorf, Angelsbruck, Karlsried, Bichl, Ried und Viecht (Gemeinde Schalldorf). Die Kosten hierfür beliefen sich auf 8.000 Mark, welche aus Gemeindemitteln und aus Zuschüssen (3.000 Mark) von Seite des Kreisfonds bestritten wurden. Die Bauleitung wurde dem Zimmermeister Riezertinger aus Grafing übertragen. Der Plan für das Schulhaus wurde vom Maurermeister Sarreiter aus Ebersberg angefertigt.
Bevor Lampferding ein eigener Schulbezirk wurde, mussten die Kinder zur Schule ins ca. 5 km entfernte Emmering gehen.


Das Gebäude   



1877
Am 25. Oktober wurde die Schule Lampferding feierlich eröffnet.

1878
Im Jahre 1878 legte man um das Schulhaus einem Garten an. Er war eingezäunt und wurde als Obst- und Gemüsegarten genutzt.
Die erste öffentliche Schulprüfung hat am 13. Mai 1878 stattgefunden und wurde vom Distrikts-Schulinspektor Pfarrer in Zorneding und dem Bezirksamtmann Rockl aus Ebersberg abgehalten.

1903
Eine Postkarte aus dem Jahre 1903 und ein Foto von 2007, jeweils von Osten her aufgenommen, zeigen das Schulhaus mit Kirche.

© Sammlung Brummbauer         
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Schule und Kirche 1903 ehem. Schule und Kirche 2007

1906
Bereits 1906 waren Anbauten an das Schulhaus an der Nord- und Südseite notwendig geworden, da jetzt auch die Kinder aus Eisenbartling, Eggarten und Kronau die Lampferdinger Schule besuchten. Kostenaufwand: 12.368 Mark. Dabei bekam die Gemeinde Lampferding 1.500 Mark Kreisfondszuschuß. Auch nahm sie bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank 10.000 Mark auf. Den Bau leitete Maurermeister Stocker aus Viecht. Die Pläne zeichnete Distriktsingenieur von Scala aus Ebersberg.


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Kirche und Schule 1957 Kirche und ehem. Schule 2007

1941
Im Jahr 1941 wurden der Schule von der Firma "Vereinigte Schulmöbelfabriken" in München 10 Rettigbänke geliefert. Eine Bank kostete 42  Reichsmark.

1981
Das Schulhaus mit den Garagen wird nach der Auflösung der Schule an einen privaten Interessenten verkauft.


Die Schüler   



1878 - 1884
Anzahl der Werktagsschüler und Feiertagsschüler:
1878:          42 und 25
1878/79:     46 und 19
1879/80:     50 und 14
1880/81:     49 und 12
1881/82:     46 und 14
1882/83:     49 und 21
1883/84:     51 und 17

ca. 1937
Vor dem II. Weltkrieg wurden in einem einzigen Klassenzimmer bis zu 100 Schüler aller Klassen gemeinsam unterrichtet.

1946
In diesem Jahr ist an der Schule, die von der amerikanischen Besatzungsmacht befohlene und belieferte Schulspeisung eingeführt worden.

Der Sportplatz

Erst befand sich der Turnplatz der Lampferdinger Schule östlich des Wimmer-Anwesens auf der Ebene zum Höllgraben hin.
Später legte man den Sportplatz und eine Weitsprung-Sandgrube gleich östlich unterhalb des Schulgebäudes, an der Straße nach Schlafthal, an.

Klassenfotos

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Klasse mit Lehrer Georg Zellermayr, ca. 1936


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Klasse mit Lehrerin, ca. 1937


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Die letzten Lampferdinger Schüler: Klasse "4" im Winter 1981


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Die letzten Lampferdinger Schüler: Klasse "4" 1981 im Klassenzimmer


Die Lehrer   



Aus dem alten Gemeindebuch ist zu erfahren, welche Lehrer von Beginn an im Jahr 1877 bis 1947 an der Schule arbeiteten:

• Als erster Lehrer an der neu errichteten Schule in Lampferding wirkte vom 03. Oktober 1877 bis zu seiner
  Pensionierung am 01. November 1881 Lehrer Kurmeier.
• Sein Nachfolger war Georg Uhl, welcher am 01. Februar 1882 seinen Dienst antrat und am
  01. November 1889 nach Erlbach, Bezirksamt Altötting, versetzt wurde.
• Vom 01. November 1889 bis 31. Dezember 1889 war Hilfslehrer Franz Geiger aus Emmering als Verweser
  an der Schule Lampferding aufgestellt.
• Am 01. Januar 1890 wurde Hilfslehrer Stadlmeier aus Schönberg als Aushilfslehrer angestellt. Er wirkte bis
  14. Februar 1894, worauf Hilfslehrer Andreas Kenermüller aus Emmering als Verweser für die Schule
  Lampferding berufen wurde.
• Anton Schindler vom Bezirk Mosbach
• Joh. Sysmaier, Hilfslehrer aus Emmering
• Jos. Röhmer, Hilfslehrer aus Emmering
• Otto Leitner, Anbey
• Anton Bandwieder aus Germerheim, 14.Oktober 1903 bis 01. Januar 1904
• Georg Höger in Lengdorf, Bezirk Erding, 01. Januar 1904
• Peter Streidl aus Schwindkirchen, 01. Oktober 1904
• Fritz Schram aus Egmating, 3 Wochen Aushilfslehrer im Oktober 1904
• Lehrer Höpen aus Pfaffenhofen/Ilm, 01. Mai 1906
• Lehrer Dickl aus Aibling, 01. Oktober 1906
• Lehrer Egenberger aus Schwaben, 01. November 1906
  Die Gemeinde Lampferding verlieh Herrn Lehrer Ludwig Egenberger am 23. Juli 1911, aus Anlaß
  seiner Verehelichung, für seinen großen Fleiß als Lehrer und Gemeindeschreiber die
  Ehrenbürgerwürde.

• Frl. Maria Strobl, Schulverweserin von Altenerding zur Aushilfe, 20. September 1917 bis 12. Juni 1918,
  weil Herr Lehrer Egenberger am 01. September 1917 zum Heeresdienst mußte
• Paul Boristätt, Hilfslehrer aus Egglkofen zur Aushilfe, vom 12. Juni 1918 bis 15. Dezember 1918, an diesem
  Tage kehrte Herr Lehrer Egenberger zurück und übernahm wieder die Schule Lampferding
  Am 29. Juli 1923 feierte die Schulgemeinde das silberne Lehrerjubiläum ihres Hauptlehrers Ludwig
  Egenberger.

• Am 30. Oktober 1926 kam nach 20-jähriger Tätigkeit in Schule, Kirche und Gemeinde Herr Hauptlehrer
  Egenberger von Lampferding nach Schwabering.
  Am 27. Oktober wurde ihm daher im Huberschen Gasthaus zu Lampferding von seiner dankbaren
  Gemeinde ein herrlicher Abschied bereitet.

• Am 31. Oktober 1926 übernahm die Schule in Lampferding der Aushilfslehrer Josef Kadspieler aus
  Schwabering.
• Am 01. Dezember 1926 übernahm die Schule Lampferding der Hauptlehrer Georg Gruber aus Wall bei
  Oberaudorf als ständiger Lehrer.
• Seit 01. November 1933 erteilte die Näherin Hilde Hartmann aus Dettendorf, als nebenamtliche, nicht
  vorgebildete Handarbeitslehrerin den Mädchen Unterricht in den Handarbeiten.
• Am 01. November 1933 kam Herr Hauptlehrer Georg Gruber nach 6 Jahren und 11 Monaten nach
  Vaterstetten. Am 30. Oktober wurde daher im Huberschen Gasthaus sein Abschied gefeiert.
• Als Aushilfe kam Herr August Mayerhofer aus Haar bei München bis zur Wiederbesetzung.
• Am 01. Februar 1934 wurde die hiesige Schule wieder besetzt durch Herrn Lehrer Georg Zellermayr aus
  Eiting bei Erding. Er heiratete hier am 08. Februar 1934. Am 01. August 1936 wurde er nach Moosburg
  berufen.
• Am 27. April 1936 wurde mit Schuljahrsbeginn 1936/37 eine neue Lehrstelle errichtet. Als erste Lehrerin an
  dieser neuen Lehrstelle wirkt Anna Vogl aus Rosenheim.
• Am 01. November 1936 kam Franz Nägele aus Osterzhausen als Lehrer nach Lampferding. Nägele war im
  Krieg 1939/45 als Soldat eingerückt. Am 01. Juli 1947 zog er nach Aßling. Neben ihm und während seiner
  Einberufung wirkte seit 1936 an der Schule Annemarie Neumayr. Sie erkrankte und verließ den Ort 1945.
• Ihre Vertretung hatte vom 11. Januar 1944 an Maria Angerer aus Rott.
• Im Oktober 1945 mußte Maria Lippert die Schule führen. Lehrer waren wegen der angeordneten
  "Entnazifizierung" nicht zu bekommen.
• Erst am 01. November 1946 erhielt die Schule mit Josef Schnörch, einen aus Groß-Glockersdorf im Kreis
  Troppau (Tschechoslowakei) gebürtiger Mann, wieder einen Lehrer.
• Dazu kam am 27. Januar 1947 aus Finsing Irmgard Michalke.


Das Ende   



1980/81
Die Reformen in Bayern kommen in Lampferding noch einmal deutlich zum Ausdruck: Die Schule, eine sog. Zwergschule, wird aufgelöst und das Gebäude von der Gemeinde Tuntenhausen verkauft.
Die Schüler besuchen seit dem die Volksschule in Ostermünchen.





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