Die ehemalige Raketenstellung

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Die Raketenstellung Lampferding ist zwar nicht mehr in Betrieb, ihr soll hier aber trotzdem eine eigene Seite zugestanden werden. Ist diese ehemalige militärische Anlage mit all ihren Nachteilen doch ein großer Teil der Lampferdinger Geschichte geworden. Sie hat auch nicht unwesentlich zum Bekanntheitsgrad unseres Ortes beigetragen.

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Lampferding mit der ehem. Raketenstellung auf dem Aschbachberg (rechts oben)


Geschichte



1967
Seit 1967 liefen schon die Planungen für diese Raketenabwehrstellung. Sie war ursprünglich aber an einem anderen Ort geplant.

 Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema 
(*.html-Dokument 12 kB) (int.):



1976/77
Die große Weltpolitik hielt Einzug in die kleine Gemeinde Lampferding. Auf dem sog. Aschbachberg, 120 Meter vom Lampferdinger Pfarrhaus entfernt, wurden gut 10 Hektar Wiesen- und Ackerflächen für eine Raketenabwehrbasis der NATO enteignet. Diese weithin sichtbare Raketenstellung errichtete man, um den Verteidigungsgürtel, der von Norwegen bis in die Türkei reicht, zu ergänzen. In dem hochumzäunten Areal mit den seltsamen Kuppelbauten und dem hohen Funkturm wurde das amerikanische Flugabwehrsystem "HAWK" stationiert. Dieses Waffensystem, bedient von Bundeswehrsoldaten, bildet die 2. Batterie des Flugabwehr-Raketen-Bataillons 33 (2./33) aus Lenggries.
Die Einheit startete im Herbst 1977 ihren Betrieb.

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Die sich im Bau befindliche Raketenstellung (ca. 1977)


1978 - 1980
Um die in der Leggrieser Kaserne untergebrachten Soldaten zur Lampferdinger Stellung und zurück zu bringen, setzte man bisher Hubschrauber ein. 1978 wurde schließlich die Truppenunterkunft der Lampferdinger Soldaten bei Bad Aibling neben dem US-Camp errichtet und 1980 in Betrieb genommen.


1982

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Als in diesem Jahr einige Rüstungsgegner glaubten, in der Lampferdinger Raketenstellung werden Langstreckenraketen stationiert, organisierten sie eine Demonstration dagegen. Sie sammelten sich in Rosenheim und zogen mit Transparenten und Plakaten nach Lampferding. Von der Polizei beaufsichtigt löste sich dann die Demo auf.



1986
Im Juli 1986 kam überraschend hoher Besuch nach Lampferding und Bad Aibling: es war der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Eberhard Eimler. Mit ihm kamen zu dieser Stippvisite auch der Regimentskommandeur Oberst Karl-Heinz Kürten und Oberstleutnant Kurt Wielpütz, Kommandeur in Lenggries.


1987
Am Abend des 25. Juli 1987 drang der Münchner Gerhard Sperling unbemerkt in die Lampferdinger Raketenstellung ein. Er wollte sich über den von dort ausgehenden Lärm beschweren. Er handelte sich aber eine Anzeige, eine Gerichtsverhandlung und eine Geldstrafe dafür ein. Disziplinarische Folgen hatte dieser Vorfall aber auch für die Wachmannschaft, die zu der Zeit vor dem Fernseher saß. Die Illustrierte QUICK machte diesen Hausfriedensbruch zu ihrem "Thema der Woche".

 Lesen Sie hier den Original-QUICK-Bericht 
(*.html-Dokument 422 kB) (int.):


1990
• Ab dem 01. Juli wurde der 24-stündige Schichtdienst im Geschwader aufgehoben. Dies war eine Reaktion der NATO auf die politischen Entwicklungen dieser Zeit.

• Die kleine Kaserne bei Bad Aibling bekam zum 10-jährigen Jubiläum 1990 den Namen "Mangfallkaserne" (ext.). In der Festschrift zu diesem Anlaß schrieb der damalige Staffelchef Major Reitinger: "...Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich die Führung der 2. Staffel übertragen bekommen und ich glaube auch im Namen meiner Vorgänger sprechen zu dürfen, wenn ich behaupte, daß die Truppenunterkunft Bad Aibling gemeinsam mit der Einsatzstellung Lampferding eine der schönsten Standorte ist, den die Luftwaffe zu bieten hat. ..."

 Lesen Sie hier die kurze Chronik aus der Festschrift 
(*.html-Dokument 320 kB) (int.):



2001
Am 29. Januar 2001 wurde durch die Bundesregierung bekanntgegeben, daß die Bad Aiblinger Mangfallkaserne im Jahr 2004 geschlossen wird. Sie wurde vor gut 20 Jahren errichtet. Was mit der Raketenstellung nach der Auflösung der Kaserne geschehen soll, wurde nicht erklärt.


2002
Die Flugabwehr-Raketen-Gruppe 33 aus Lenggries, zum Flugabwehr-Raketen-Geschwader 6 gehörend, beendete am 30. Juni 2002 ihren Einsatzauftrag. Somit wurde auch der militärische Betrieb der Raketenstellung in Lampferding eingestellt. Teile des HAWK-Waffensystems kamen nach Leipheim zur Umgliederung der Flugabwehr-Raketen-Gruppe 43 in die Flugabwehr-Raketen-Gruppe 15 überführt. Ein anderer Teil der militärischen Gerätschaften wurde eingelagert.
Anschließend vermietete man das Areal bei Lampferding an die "Rettungshundestaffel Inntal", die ihr Ausbildungs- und Übungsgelände hier einrichtete.


2006
Nachdem das Gelände von der Bundeswehr geräumt worden ist und nur noch die Straßen, Gebäude und die hohe Umzäunung geblieben waren, übernahm die "Bundesanstalt für Immobilienaufgaben" das Areal und bot es Anfang 2006 gegen Höchstgebot zum Verkauf an. Es gingen einige Gebote ein. Ob der Meistbietende zum Zug kommt und seine Interessen im fraglichen Gelände verwirklichen kann, bestimmte letztendlich die Gemeinde Tuntenhausen. Sie hat hier die Planungshoheit.
Eine Renaturierung und Rückführung der Grundstücke kam wegen der massiven Bebauung und der damit verbundenen hohen Kosten nicht in Frage.

 Hier können Sie die entsprechende Beschreibung ansehen 
(*.pdf-Dokument 2,3 MB),
(Copyright by "Bundesanstalt für Immobilienaufgaben") (int.):



2007
Die Nachricht überraschte alle: Ein Investor plante einen "Afrika-Park" auf der ehem. Lampferdinger Raketenstellung. Das Vorhaben ging groß durch die Presse. Aber eine andere Organisation meldete sich auch und machte den Vorschlag, sein eigenes Übungszentrum hier errichten zu wollen: das "Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V.", kurz MHW (ext.).
Der Tuntenhausener Gemeinderat entschied sich schließlich gegen den Afrika-Park und für das MHW.

 Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema 
(*.html-Dokument 152 kB) (int.):



2008
• Das Gelände wurde verkauft: aber nicht wie von allen Beteiligten immer erklärt an das "Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V." (MHW), sondern an die private Krankentransportfirma "Ambulanz Rosenheim GmbH". Das MHW ist lediglich Pächter des Areals und will in diesem Jahr ein Trümmerfeld und einen Hochseilgarten für ihre Ausbildungszwecke errichten.

• Die Ereignisse um den geplanten Lampferdinger "Afrika-Park" lieferten auch eine Drehbuchvorlage für eine Folge der ZDF-Krimireihe "Die Rosenheim Cops", die am 18. März zu sehen war (mehr unter "Rundfunk und Presse" weiter unten).

• Die "Rettungshundestaffel Inntal" baute ihren Trainingsplatz auf dem Gelände aus.


2009
Im Mai wurde der Schulungsbetrieb der "Akademie des MHW" aufgenommen. Hier können Einsatzkräfte von Rettungsorganisationen, aber auch Bürger zur Vorsorge und Selbsthilfe für den Katastrophenfall ausgebildet werden.


2016/2017
Im Jahr 2016 führte das MHW die Großübung "Terra 2016" für verschiedene Hilfskräfte durch. 2017 folgte die mehrtägige Großübung "TECHNO 2017", die nicht nur auf dem Lampferdinger Gelände statt fand, sondern die sich an mehreren Orten im Landkreis Rosenheim mit über 700 Einsatzkräften abspielte.


Technik



Die Geschichte des Waffensystems "HAWK"

Das FlaRak-System Hawk ist in sehr kurzer Zeit entwickelt worden. Im Jahre 1953 gab die US-Army einen Entwicklungsauftrag für ein System zur Abwehr von schnellfliegenden Luftfahrzeugen im niedrigen bis hohen Luftraum. Im folgende Jahr ist die Entwicklung an die Firma Raytheon übertragen worden. Und schon 1955 erfolgte der erste Flug einer Rakete. Das System erhielt die Bezeichnung "Hawk". Erst später wurde der Name als Abkürzung für "Homing All the Way Killer" bezeichnet. Am 22. Juni 1956 ist der erste scharfe Schuß mit dem System erfolgt. 1958 begann die Serienfertigung, also nur fünf Jahre nach dem Stellen des Entwicklungsauftrages.

      © by Manfred Tegge

Die erste Version der Rakete, Bezeichnung MIM-23 A, hatte eine Reichweite von 25 km und konnte eine maximale Höhe von 13.700 m erreichen. Der 584 kg schwere Flugkörper brachte es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 650 m/sec Die Rakete hatte eine Länge von 5,08 m, Durchmesser 0,37 m und Spannweite von 1,19 m. Der Gefechtskopf war mit 54 kg beladen und erzeugte 1.700 Splitter.
Es gab im Laufe der jahrzehntelangen Nutzungszeit diverse Kampfwertsteigerung. Die Grundlegenste fand zwischen Februar 1975 und Oktober 1978 statt. In diesem HELIP genannten Programm wurde die Leistung des Systems enorm gesteigert, seitdem ist es als "Improved Hawk" bezeichnet worden. Der Flugköper trug ab da die Kennung MIM-23 B. Seine Reichweite lag nun bei 40 km und die größte Höhe bei 17.700 m. Als Höchstgeschwindigkeit konnte jetzt 900 m/sec erreicht werden. Die Abmessungen des Flugkörpers blieben fast unverändert. Das Gewicht stieg auf 635 kg. Der neue Gefechtskopf trug 75 kg und erzeugte 16.000 Splitter.
Auch die Peripheriegeräte des Systems sind modernisiert worden. Durch diese Maßnahme wurde es möglich, eine Batterie in zwei selbstständig arbeitende Halb-Batterien aufzuteilen. Eine Hälfte benutzte die "Battery Control Central" (BCC), die "Information Coordination Central" (ICC) sowie die Radargeräte "Pulse Acquisition Radar" (PAR) und "Range Only Radar" (ROR). Dazu setzte es drei Startgeräte (Launcher) und das "High Power" Zielverfolgungsradar (HPIR) ein. Diese Halbbatterie erhielt die Bezeichnung "Battery minus".
Die andere Hälfte verwendete den "Platoon Command Post" (PCP) und das "Continuous Wave Acquisition Radar" (CWAR). Auch hier kamen wieder drei Launcher und ein HPIR-Radar dazu. Diese Halbbatterie trug den Namen "Assault Fire Unit".
Ab 1981 ist eine weitere grundlegende Kampfwertsteigerung durchgeführt worden, das Programm HAWK-PIP. Im wesentlichen enthielt dieses weitere Umrüstungen der Feuerleit- und Systemgeräte von analoger zur digitalen Technik.

Die Stellung

Oftmals sind Hawk-Stellungen auf Anhöhen oder gar Berge gebaut worden, damit gute Rundumsicht für die Radargeräte gegeben war. Das Vorhandensein einer solchen Stellung war der gegnerischen Aufklärung natürlich schnell bekannt. In Spannungszeiten hätten die Hawk-Einheiten ihre Anlagen verlassen und bereits erkundete Feldstellungen bezogen. Für jede Batterie waren bis zu fünf dieser Ausweichbereiche festgelegt. Das System Hawk war voll mobil und konnte innerhalb einer Stunde den Friedensstandort verlassen.
Sinn einer ausgebauten Einsatzstellung war die Möglichkeit, die FlaRak-Systeme bereits in Friedenszeiten zur Absicherung des Luftraumes einzusetzen. So konnte auf einen angenommenen Überraschungsangriff schnell reagiert werden. Die Infrastruktur einer solchen Stellung war darauf ausgelegt, die Komponenten des gesamten Systems überwiegend auf ihren fahrbaren Trägern zu belassen. Dadurch konnte schnell die Abmarschbereitschaft hergestellt werden.

Die einzelnen Teile einer Raketenstellung


      © by Manfred Tegge


Eine Hawk-Batterie (später HAWK-Staffel) verfügte über zwei Halbbatterien zu je drei Werfern mit zugeteiltem HPIR-Zielverfolgungsradar, welches die Flugkörper ins Ziel lenkte. Dementsprechend befanden sich zwei Sektionen zu je drei Abschußplattformen in der Anlage. Jeder Launcher war mit drei Flugkörpern beladen. Die Feuerstellungen lagen stets an der Ostseite der Liegenschaft, eben der erwarteten Angriffsrichtung. Zum Schutz der Raketen vor Witterungseinflüssen wurde über den Launcher ein halbkugelförmiger Wetterschutz aus Kunststoff hydraulisch geklappt (Shelter).

Je Sektion gab es einen kleinen verbunkerten Bedienungsleitstand. Darin befand sich die "Launcher Start Control Box" (LSCB), mit der die technische Startbereitschaft der Raketen hergestellt werden konnte. Dazu kommt je ein Gebäude in dem Stromerzeugungs-Generatoren auf Anhängern abgestellt worden sind. Weiterhin befand sich in der Nähe der Abschußplattformen je Gruppe ein Raketenlagerplatz, hier wurden weitere Flugkörper auf Transportanhängern gelagert. Zu deren Schutz errichtete man offene Boxen aus Beton mit abgeteiltem Platz für vier Anhänger, beladen mit jeweils drei Raketen.

© by Manfred Tegge      

Auch in Lampferding schüttete man einen Erdwall für die Radargeräte auf. Eine Straße führt auf die Anhöhe hinauf, so konnten die Geräten zügig abgefahren werden. Insgesamt befanden sich auf den Wällen fünf befestigte Abstellplätze. Neben den zwei bereits erwähnten HPIR gab es das Luftraumüberwachungsradar PAR, das Zielerfassungsradar CWAR und das Entfernungsmeßradar ROR. All diese Geräte wurden auf ihren Anhängern in Boxen gefahren, die einen Wetterschutz boten. Auch für die Anhänger mit den Stromerzeugungsaggregaten (SEA) gab es zwei Gebäude.
Die Informationen der Radargeräte und der Meldungen aus dem BOC wurden im Gefechtsstand der Batterie verarbeitet. Dessen Geräte befanden sich in Containern und waren auf LKW verlastet. Diese wurden wiederum in nach vorne und oben offenen Splitterschutz-Boxen geparkt.

     © by Manfred Tegge
Ein ebenfalls für den Einsatzauftrag benötigtes Bauwerk war das Raketenmontagegebäude. Hier wurden die Flugkörper zusammengesetzt und Wartungsarbeiten durchgeführt. Eine weitere Halle beherbergte die zur Nahbereichsverteidigung eingesetzten Zwillingsflak 20mm Rh 202. Auch für die Verladefahrzeuge gab es eine Garage. Zum Schutz der Mannschaften sind auch Bunker gebaut worden. Für Treibstoff und andere Betriebsmitteln wurde ein Lagerschuppen errichtet.
Schließlich kommen noch Einrichtungen dazu, die für den laufenden Betrieb unerläßlich waren. Ein Bereitschaftsgebäude nahm Büros, Unterkünfte, Sanitäranlagen und Kantine auf. Auch Kläranlage, Kleinheizwerk und Lagerbaracke waren vorhanden. An der Südseite des Areals befand sich das Wachgebäude mit Hundezwinger. Unmittelbar am Tor stand ein kleines Wachhäuschen.


(Quelle: Text und Fotos vom Kapitel "Technik" stammen von http://www.relikte.com/ (ext.) mit der freundlichen Genehmigung von Manfred Tegge, Bremen.)


Interessante Links

Die ehemaligen der 2./33:
http://www.grebl.de/ (ext.)

Stellungen in Niedersachsen und Bremen:
http://www.relikte.com/index.htm (ext.)

Erinnerungsaustausch und FlaRak-Forum:
http://www.alpha-section-present.de/ (ext.)

Die Reservisten und Ehemaligen der FlaRakGrp 38 und 14:
http://www.hawkies.de/startseite.html (ext.)

Die Luftwaffe der Bundeswehr:
http://www.luftwaffe.de/ (ext.)

Ausführliche Wikipedia-Seite:
http://de.wikipedia.org/wiki/MIM-23_HAWK (ext.)

Wikipedia-Seite über Radargeschädigte Soldaten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitssch%C3%A4den_durch_milit%C3%A4rische_Radaranlagen (ext.)

Video auf "You Tube"
Abschuß von HAWK- und Patriot-Raketen:
http://de.youtube.com/watch?v=6e3Lew6O2q8 (ext.)


     Buchtipp
     "Blazing Skies"
     von Wilhelm von Spreckelsen und Wolf-Jochen Vesper, ISBN: 3-89995-054-2,
     erschienen im Isensee Verlag, Oldenburg, ca. 28 Euro


Rundfunk und Presse



• Im Mai 1990 sendete der Bayerische Rundfunk live eine Radiosendung aus Tuntenhausen. Dabei wurden gemeindeeigene Probleme von Bürgern angesprochen und anschließend von entsprechenden Fachleuten oder Behördenvertretern erläutert. Es ging hierbei auch um das Thema Fluglärm, verursacht von den Düsenjets der Bundeswehr, die die Lampferdinger Raketenabwehrstation anfliegen. Dieses ohrenbetäubende Pfeifen und anschließende Brummen der plötzlich und zu jeder Tageszeit auftauchenden schnellen Tiefflieger, wurde von vielen als Terror gegen die eigene Bevölkerung empfunden. Einige betroffene Bürger beschwerten sich über diese Tatsache.

 Hier können Sie einen Teil des Interviews mit dem stellv. Kommodore vom Flugabwehrraketengeschwader 33 aus Lenggries, Oberstleutnant Wolfgang Bäumler, anhören 
(43 Sekunden - *.wav-Audiodatei 929 kB) (int.):

 

• Im "Münchner Merkur" erschien am 26. September 2002 ein ausführlicher Bericht über den Widerstand beim Bau der Lampferdinger Raketenstellung vor 30 Jahren und deren Hintergründe.

 Hier können Sie den Artikel lesen 
(*.html-Dokument 9 kB) (int.):



• Als Drehbuchvorlage für einen Fernsehkrimi dienten die Planungen für den Lampferdinger Afrika-Park im Jahr davor. Denn am Dienstag, den 18. März 2008 sendete das ZDF eine Episode der sehr erfolgreichen Krimiserie "Die Rosenheim Cops", bei der die Handlung stark daran erinnerte. So ist immer von einem "Afrika-Themenpark" oder einem "Safaripark" auf einem ehemaligen Militärgelände in "Lampling" mit Zebras, Giraffen und Elefanten die Rede.
In den Hauptrollen der Folge "Bis dass der Tod sie scheidet" waren Dieter Thomas Heck und Wolfgang Fierek zu sehen.


Schutzbereich und Sperrzone



Bereits im Jahr 1974, also ca. zwei Jahre vor Baubeginn, wies das Bundesverteidigungsministerium einen großräumigen Schutzbereich um die Stellung herum aus. Wollte man in diesem Bereich ein Gebäude errichten oder erweitern, musste dies extra genehmigt werden. Diese Anordnung galt fast 28 Jahre lang.

 Hier können Sie das entsprechende Schutzbereichgesetz (SchBerG) ansehen 
(*.pdf-Dokument 26 kB),
(Copyright by "juris GmbH") (int.):



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Die Aufhebung dieser Beschränkung erklärte man dann u.a. im Amtsblatt des Landkreises Ebersberg vom 20. April 2004:

Bekanntmachung
53003 Bonn, 04.10.2002
Bundesministerium der Verteidigung
WV III 7 Anordnung-Nr.: VI/La

A n o r d n u n g

Aufhebung einer Schutzbereichanordnung
Mit Anordnung vom 02.12.1974  U I 7  Anordnung-Nr.: VI/La, zuletzt aufrechterhalten mit Anordnung vom 05.10.2000   WV III 7  Anordnung-Nr.: VI/La wurde ein Gebiet in der Gemeinde Tuntenhausen, Landkreis Rosenheim, und in der Gemeinde Emmering, Landkreis Ebersberg, Freistaat Bayern, zum Schutzbereich für die Verteidigungsanlage Lampferding erklärt.
Diese Anordnung wird aufgrund des  2 Abs. 5 des Gesetzes über die Beschränkung von Grundeigentum für die militärische Verteidigung (Schutzbereichgesetz) vom 07.12.1956 (BGBl. I, S. 899), zuletzt geändert durch  32 Bundesnaturschutzgebiet vom 20.12.1976 (BGBl. I, S. 3574), mit sofortiger Wirkung aufgehoben.



Außerdem war des Gelände als "Militärischer Sicherheitsbereich" sowie als "Militärische Sperrzone" ausgewiesen. Niemand hatte ohne einen "Sperrzonenausweis" dort Zutritt. Es herrschte auch Fotografierverbot.


Das Wappen




Das Wappen der 2. Staffel der Flugabwehrraketengruppe 33

Das dreiteilige Wappen zeigt auf der linken Seite auf weiß-blauem Rautenhintergrund drei HAWK-Raketen. Rechts erkennt man St. Georg, den Schutzpatron der Stadt Bad Aibling. Nach unten wird das Wappen durch das Wendelsteingebirge abgeschlossen, in dessen Vorland die Staffel beheimatet ist.



(Quelle: Text und Fotos vom Kapitel "Das Wappen" stammen aus der Festschrift zum 10-jährigen Kasernenjubiläum mit Namensgebung 1990.)




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